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Unterhaltsvorschuss

Leistungsbeschreibung

Ist der Unterhalt von Ihrem minderjährigen Kind nicht gesichert, weil der unterhaltspflichtige Elternteil keinen Unterhalt für dieses Kind zahlt oder nicht zahlen kann?

In diesem Fall tritt die zuständige Unterhaltsvorschusskasse zunächst in Vorlage. Die Unterhaltsansprüche des Kindes gehen dann in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses auf den Staat über, der sich die verauslagten Geldleistungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholt (Unterhaltsheranziehung) und gegebenenfalls einklagt.

Minderjährige haben grundsätzlich bis zur Volljährigkeit Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn

  • das Kind in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat,
  • der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ledig, verwitwet oder geschieden ist oder von seinem Ehegatten dauernd getrennt lebt und
  • der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, keinen oder nur teilweise oder unregelmäßig Unterhalt zahlt beziehungsweise das Kind nach dem Tod des unterhaltspflichtigen Elternteils keine ausreichenden Waisenbezüge erhält.

Ausnahme: wenn die alleinerziehende Familie SGB II -Leistungen erhält, besteht ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss für Kinder ab 12 Jahren nur dann, wenn das Kind aufgrund eigener Einkünfte nicht auf SGB II - Leistungen angewiesen ist oder wenn der alleinerziehende Elternteil im SGB II - Bezug ein eigenes Einkommen von mindestens 600 Euro brutto erzielt.

Die Unterhaltsleistung wird im Regelfall unter Anrechnung des für ein erstes Kind zu zahlenden Kindergeldes in Höhe des sich nach § 1612a Absatz 1 Satz 3 Nr. 1 oder 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches ergebenden monatlichen Mindestunterhalts gewährt. Der Anspruch beträgt derzeit höchstens

  • 154 Euro monatlich für ein Kind, das das 6. Lebensjahr und
  • 205 Euro monatlich für ein Kind, das das 12. Lebensjahr (6 - 11 Jahre)
  • Neu: 273 Euro monatlich für ein Kind, das das 18. Lebensjahr (12 - 17 Jahre)

noch nicht vollendet hat.

Spezielle Hinweise - Stadt Lübeck


Die Unterhaltsvorschusskasse gewährt auf Antrag Kindern Unterhalt als Vorschuss oder Ausfallleistung, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seiner Unterhaltspflicht nicht nachkommt bzw. wegen Leistungsunfähigkeit nicht nachkommen kann. Voraussetzung ist u.a., dass der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ledig, verwitwet, geschieden oder dauernd getrenntlebend ist.

Bei Leistungsfähigkeit des unterhaltspflichtigen Elternteils wird der gezahlte Unterhaltsvorschuss von diesem - ggf. auch im Wege der Zwangsvollstreckung - zurückgefordert.

An wen muss ich mich wenden?

An Ihren Kreis oder Ihre kreisfreie Stadt (Unterhaltsvorschusskasse).

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Geburtsurkunde des Kindes,
  • Personalausweis oder Reisepass beziehungsweise Niederlassungs- oder Aufenthaltserlaubnis,
  • Meldebestätigung beziehungsweise Melderegisterauskunft,
  • Scheidungsurteil,
  • gegebenenfalls Vaterschaftsanerkennungsurkunde oder Urteil über die Vaterschaftsfeststellung,
  • gegebenenfalls amtliche Festlegung über die Höhe der Unterhaltsverpflichtung (Unterhaltstitel),
  • Einkunftsnachweise, wie zum Beispiel Kindergeld, Halbwaisenrente, Unterhaltszahlungen und ggf. den aktuellen Leistungsbescheid des Jobcenters oder Sozialamts
  • Schulbescheinigung oder Ausbildungsvertrag (bei Kindern ab dem 15. Lebensjahr).

Welche Fristen muss ich beachten?

  • Die Leistungen werden maximal für einen Monat rückwirkend gewährt.

Rechtsgrundlage

  • Gesetz zur Sicherung des Unterhalts von Kindern alleinstehender Mütter und Väter durch Unterhaltsvorschüsse oder -ausfallleistungen (Unterhaltsvorschussgesetz - UVG),
  • § 1612a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 oder 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB).

Was sollte ich noch wissen?

Informationen zum Unterhaltsvorschuss und den Unterhaltsvorschusskassen finden Sie auch in der Broschüre "Stark mit Kindern" (Seiten 24 und 73).

Zuständige Stelle:

4.510.23 Familienhilfen/Jugendamt; Beistandschaften / Unterhaltsvorschuss/ Amtsvormund- und -pflegeschaften, Unterhaltsvorschusskasse

Anschrift

Kronsforder Allee 2-6
23539 Lübeck

Telefon

+49 451 122-4600
+49 451 122-4660
+49 451 122-4650
+49 451 1224661

Fax

+49 451 122-4552

Öffnungszeiten

Mo - Fr. 8.30-12.30 Uhr

Öffentliche Verkehrsmittel

Verwaltungszentrum

Parkmöglichkeiten

Haerder-Center
Anzahl: 193, Gebührenpflichtig: Ja
Pferdemarkt
Anzahl: 67, Gebührenpflichtig: Ja

(0451) 115 – Ihre Behördennummer

Montag bis Freitag 7 bis 19 Uhr

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Dafür gibt es in Lübeck eine Telefonnummer, die alles weiß: (0451) 115 – die einheitliche Behördennummer